
Letzte Nacht ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert.
Wenn wir wissen, dass eine Ablammung bevorsteht (durch Beobachtung der Mutterschafe), wird in der Nacht ein Wecker gestellt um über die Kamera in den Stall zu schauen. Diesmal haben wir ca. um 2 Uhr in der Nacht gesehen, dass bereits ein Lamm geboren wurde. Deshalb sind wir in den Stall gegangen um eine eigene Bucht für Mutterschaf und Lamm zu richten. In dieser können sie sich gut zusammengewöhnen und wir können sie etwas besser beobachten. Ob bspw. die Lämmer vital sind und gut zunehmen und somit die Mutter genug Milch hat. Auch das Mutterschaf wird in den ersten Tage beobachtet - ob sie gut und gerne frisst, ob sie das Lamm annimmt und sich gut kümmert.
Diesmal haben wir beim Herrichten der Bucht etwas "klopfen" gehört und plötzlich ein zweites Lamm entdeckt!
Das kleine neugeborene Lamm ist durch das Gitter aus dem Stall in einen Nebenraum und dort noch durch einen "Vorhang" hindurchgegangen! Und hat sich das am meisten mit Spinnweben verhangenste Eck ausgesucht. 😄
So unwahrscheinlich es ist, dass das neugeborene Lamm seiner Mutter davongeht, so unwahrscheinlich ist es auch, dass es zurückgefunden hätte!
Wären wir nicht in der Nacht in den Stall gegangen, hätte das Lamm eher schlechte Chancen gehabt, denn es ist wichtig, dass es bereits in den ersten Stunden bei der Mutter trinkt. Das Kolostrum liefert ihm Energie, wertvolle Immunstoffe und wärmt es außerdem. Die besten Wirkung hat es in den ersten 6-8 Stunden nach der Geburt.
Zudem wird die Mutter-Lamm-Bindung durch den Geruch des Lammes vor allem innerhalb der ersten 4 Lebensstunden geprägt. Ist das Lamm in dieser Zeit nicht bei der Mutter, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mutter das Lamm nicht mehr annimmt - v.a. wenn sie noch ein zweites Lamm hat.
Aber in diesem Fall: Das Mutterschaf hat das Lamm gleich angenommen und es war vital - Ende gut alles gut! Und die neuen Lämmer wurden gleich gebührend begrüßt 🙂🐑🐑🙃
