Und wie unterscheidet er sich von konventionellem Honig?
Immer wieder hören wir: „Ihr könnt doch nicht bestimmen, wo eure Bienen hinfliegen.“ Das stimmt! Aber die Richtlinien für eine Bio-Imkerei beinhalten viel mehr.
So dürfen wir…
- für die Bienenbehausung nur natürliche, ökologisch unbedenkliche Baumaterialien verwenden, während in der konventionellen Imkerei Kunststoffbeuten verwendet werden (dürfen)
- für die Bienenstöcke nur Anstriche verwenden, welche aus natürlichen und ökologisch unbedenklichen Stoffen sind (z.B. Pflanzenöle oder Lacke und Lasuren auf Wasserbasis), während in der konventionellen Imkerei Pestizidanstriche verwendet werden (dürfen)
- für die Herstellung von Mittelwänden nur zertifiziertes, unbelastetes, rückstandsfreies Bio-Wachs verwenden
Medikamente und aggressive Schädlingsbekämpfungsmittel hinterlassen Rückstände im Bienenwachs, welches in der konventionellen Bienenhaltung Einsatz findet. Das Wachs nimmt Schadstoffe auf, um die Brut und die eingelagerten Vorräte (Honig und Pollen) vor Fremdstoffen zu schützen. Diese gespeicherten Stoffe bleiben für lange Zeit im Wachs erhalten, weil alte Waben wieder eingeschmolzen und in neuen Bienenstöcken wiederverwendet werden.
- unsere Bienen im Krankheitsfall oder bei Varroa-Befall nur mit wenigen konkret für die Bio-Imkerei zugelassenen Tierarzneimitteln behandeln. - Dies sind bei der Varroa-Bekämpfung nur organische Säuren und ätherische Öle wie Ameisensäure, Oxalsäure, Thymol, Kampfer oder Eukalyptol.
- für die Fütterung unserer Bienen nur Bio-Zucker und Bio-Honig verwenden
- die Flügel der Bienen-Königinnen nicht stutzen (wird gemacht, damit die Königin beim Schwarmtrieb nicht wegfliegen kann)
- den Standort für die Bienenstöcke so wählen, dass im Umkreis von 3 km Nektar- und Pollenquellen vorhanden sind, die im Wesentlichen aus biologisch erzeugten Planzen oder ggf. aus Wildpflanzen oder Wälder bestehen
Zusätzlich sind wir Bio Austria zertifiziert - dies bedeutet weiters:
- Bienenvölker müssen die Möglichkeit haben, auf mind. 10% des Brutraumes einen Naturwabenbau zu errichten
- Bei der Wachsverarbeitung dürfen weder Lösungs- noch Bleichmittel verwendet werden
- Der Honig darf nicht über 40°C erhitzt werden.
- Unser Honig darf nicht in Kunststoffbehältern lagern.
Sämtliche Gerätschaften sind bei uns aus Edelstahl, sei es die Honigschleuder, das Honigsieb oder die Lager- und Abfüllbehälter.
Eine Ausnahme gibt es hier bei der Umstellung auf biologische Imkerei - hier dürfen die vorhandenen Kunststoffbehältnisse weiterverwendet, aber keine neuen gekauft werden.
- Der Honig darf beim Verkauf an den Endverbraucher nur in Glas verkauft werden (eine Ausnahme gibt es hier lt. Richtlinie für den Wabenhonig - bei uns wird aber auch der Wabenhonig im Glas verkauft!)
Unsere Bienenstöcke stehen auf unserer artenreichen Streuobstwiese mit angrenzendem Wald. Die Streuobstwiese wird zum Teil von unseren Schafen beweidet und der andere Teil wird zwei Mal im Jahr von uns gemäht. Haben sie genügend Tracht in der Nähe, haben sie keinen Grund (bzw. weniger Ambitionen),zu weiter entfernten konventionellen Flächen zu fliegen.
Also abschließend kann man sagen, den Bio-Honig macht mehr aus, als die von den Bienen besuchten Pflanzen.
Quellen:
Austria Bio Garantie: Die Haltung von Bienen am Bio-Betrieb.Version: 09.07.2025. Verfügbar in: https://www.bio-garantie.at/docs/transfer/2000731.pdf [zuletzt abgerufen am 24.01.2026]
Bio Austria: Produktionsrichtlinien Bienen. Version 22.07.2025 Verfügbar in: https://cdn.bio-austria.at/app/uploads/2024/02/beratungsblatt-produktionsrichtlinien-bienen.pdf [zuletzt abgerufen am 24.01.2026]
Steiner, J., 2019. Was Honig zu Biohonig macht. Verfügbar in: https://help.orf.at/v3/stories/2990931/ [zuletzt abgerufen am 24.01.206]